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Grußwort
anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Stiftung "Kinder von Tschernobyl"

Als sich vor 10 Jahren die Stiftung "Kinder von Tschernobyl" des Landes Niedersachsen gründete, geschah dies nicht als Folge des ersten Schreckens nach dem Reaktorunfall. Vielmehr war es eine Reaktion auf die Auswirkungen der Katastrophe, die sich begannen zu zeigen, und von denen wir heute wissen, dass sie noch Jahrzehnte, wenn nicht noch länger, anhalten werden. Denjenigen, die damals z.T. noch gar nicht geboren waren, wollten man helfen und es zeigte sich, dass nicht nur das Land Niedersachsen, sondern auch ein großer Teil seiner Bevölkerung dieses Anliegen teilte und teilt.

Nach zehn Jahren Arbeit kann die Stiftung "Kinder von Tschernobyl" mit großem Stolz auf das Vollbrachte zurückblicken. In den von der Katastrophe am stärksten betroffenen Gebieten in Belarus, der Ukraine und den anliegenden Gebieten Russlands ist sie zu einem anerkannten Partner und wichtigen Helfer in der medizinischen Betreuung von strahlengeschädigten Kindern geworden.

Das Konzept der Stiftung, medizinisches Gerät und Medikamente zu liefern, die Fortbildung von Ärzten vor Ort zu unterstützen, eigene Projekte zu initiieren und die Verwendung der Mittel immer wieder vor Ort zu kontrollieren, hat sich als der richtige Weg erwiesen. Denn erst durch diese Kombination konnte sichergestellt werden, dass die Unterstützung vernünftig verwendet wird.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Kinder, die unter strahlenbedingten Krankheiten leiden oder missgebildet zur Welt kommen, weiter zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass das Engagement der Stiftung noch sehr lange notwendig sein wird. Hierfür ist weiterhin die Unterstützung des Landes und die Hilfe der Bevölkerung, sei es durch Spenden oder konkrete Hilfsprojekte, wie Ferienaufenthalte für erkrankte Kinder, notwendig.

Außerdem wird es immer wichtiger, an den Reaktorunfall und seine Folgen zu erinnern. Nach inzwischen über sechzehn Jahren drohen die Opfer in Vergessenheit zu geraten. An sie zu erinnern und an die Hilfe der Bevölkerung zu appellieren, ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Stiftung.

Die Arbeit der Stiftung "Kinder von Tschernobyl" des Landes Niedersachsen ist noch lange nicht beendet. Den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich deshalb auch zukünftig alles Gute und weiterhin so gute Erfolge wie in der Vergangenheit.

Prof. Rolf Wernstedt
Präsident des Niedersächsischen Landtages Hannover, im September 2002