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Biografie

Aufgewachsen bin ich in der Altmark in der damaligen DDR. Als man mich vor die Wahl stellte, zur Nationalen Volksarmee (NVA) zu gehen oder auf mein Studium zu verzichten, bin ich nach Westdeutschland gegangen. In Göttingen und Heidelberg studierte ich Geschichte, Philosophie und lateinische Philologie und machte 1966 meine Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Es folgten mehrere Jahre im Schuldienst. 1972 wechselte ich an die Pädagogische Hochschule Niedersachsen Abt. Braunschweig und lehrte dort Politische Wissenschaften und ihre Didaktik. Seit 1975 bin ich als Lehrbeauftragter (seit 1989 als Honorarprofessor) an der Universität Hannover, Fachbereich Politische Wissenschaften, tätig. Die Arbeit mit jungen Menschen liegt mir am Herzen und deshalb habe ich diese Tätigkeit auch in meiner Zeit als Minister und jetzt als Landtagspräsident immer fortgesetzt.

Seit 1969 bin ich Mitglied der SPD. 1973 wurde ich Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Hannover-Stöcken und 1977 Mitglied des SPD-Unterbezirksvorstandes Hannover-Stadt. In die SPD bin ich eingetreten, als Willy Brandt Bundeskanzler wurde und die Tore für Reformen der Gesellschaft weit aufschwangen. Im Ortsverein in Stöcken, der zu dieser Zeit noch stark von traditionsbewussten, sozialdemokratischen Arbeitern dominiert wurde, lernte ich die Möglichkeiten und Grenzen für praktische Politik kennen. Die politische Arbeit im Stadtteil war gleichsam meine zweite Universität. Seit 1974 bin ich Mitglied des Niedersächsischen Landtages für den Wahlkreis Hannover-Nordwest und habe in meiner Fraktion unterschiedliche Funktionen übernommen (bildungspolitischer Sprecher 1978-83, stellv. Vorsitzender seit 1983). Als Mitglied der Oppositionsfraktion habe ich mich in den 70er und 80er Jahren vor allem für die Weiterführung der Bildungsreform und für die Lernmittelfreiheit eingesetzt, die ich dann auch, nachdem die SPD die Landtagswahl 1990 gewonnen hatte und ich Kultusminister wurde, durchsetzte. Die Wiedervereinigung und die damit verbundenen Kosten veränderten die Haushaltslage für 1990 und die folgenden Jahre und machten Einsparungen notwendig, die auch den Bildungsbereich betrafen. Wahlkampfankündigungen mussten notgedrungen revidiert werden, und die Auswirkungen (u.a. Einschränkung der Lernmittelfreiheit, Verlängerung der Arbeitszeit für Lehrer) führten zu heftigen Protesten. Diesen sehr schwierigen Entscheidungen standen auf der anderen Seite der Ausbau von Gesamtschulen und Ganztagsschulen gegenüber, die Einrichtung von Integrationsklassen, der Aufbau von Vollen Halbtagsschulen und die Einrichtung von Jugendwerkstätten für benachteiligte junge Menschen. Obwohl meine Zeit als Kultusminister von Niedersachsen auf Grund der leeren Kassen häufig sehr schwierig war, so glaube ich, dass es mir insbesondere in der ersten Legislaturperiode gelungen ist, einige strukturelle Veränderungen zum Nutzen der Kinder und Jugendlichen herbeizuführen.

Weitere Proteste löste 1997, als ich Präsident der Kultusministerkonferenz wurde, die Verabschiedung der Rechtschreibreform aus. Als amtierender Präsident stand ich im Mittelpunkt der kontroversen Diskussionen über diese Reform. Im gleichen Jahr beschloss die KMK, dass sich die Bundesrepublik zum ersten Mal an einem internationalen Schülerleistungsvergleich der sog. PISA-Studie beteiligt.

Von 1998 bis 2003 war ich Präsident des Niedersächsischen Landtages. (Meine Reden finden Sie auf der Homepage des Niedersächsischen Landtages.) Als ich dieses Amt übernommen habe, war es mir besonders wichtig, den Landtag für die Bevölkerung zu öffnen. In den vergangenen Jahren haben mehrmals Tage der offenen Tür stattgefunden. Es ist dem Landtag gelungen, sich als kulturelles Forum in Hannover zu etablieren (insbesondere zur Zeit der EXPO). Das Interesse der Bevölkerung, sich den Landtag anzusehen, an Führungen oder Plenarsitzungen teilzunehmen oder sich Informationen über die Homepage des Landtages zu holen, ist kontinuierlich gestiegen. Darüber hinaus bin ich in den Kuratorien unterschiedlicher Institutionen tätig, Mitglied vieler regionaler und überregionaler Organisationen und engagiere mich in der evangelischen Kirche.

Geboren wurde ich am 6. Mai 1940. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter. In meiner Freizeit lese ich viel, reise gern (Italien, Polen), habe Freude an moderner Kunst und klassischer Musik.